02.01.2018 16:00 (Sport)
» Rückblick auf ERZE 2017 «
(SvS) STOLLBERG: Rückblick! Es war ein herrlicher Frühlingstag und 85 Teilnehmer waren bereit für den Start der 54. ADMV Rallye Erzgebirge. Zwar wieder ohne Meisterschaftswertung, dafür aber wieder angeschlossen: die 5. ADMV Rallye Erzgebirge Historic.
Punkt 12:00 Uhr schickte Streckensprecher Alfred Gorny bei frühsommerlichen 20 Grad die 85 Teilnehmer vom Stollberger Marktplatz auf die Reise ins Erzgebirge. Keine halbe Stunde später fand, gleich nebenan, im kleinen Ortsteil Oberdorf die erste der sechs Wertungsprüfungen statt. Und dort sollten sich gleich zu Beginn die Ereignisse überschlagen - im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Ehepaar Ruben und Petra Zeltner hatte im gemieteten Mitsubishi Lancer EVO 10 gerade die erste Richtzeit über die 11,5 km lange Wertungsprüfung gesetzt, da kam ihr ärgster Konkurrent Sepp Wiegand mit Beifahrer Alexander Rath kurz vor dem Ziel von der Strecke ab und landete auf einem Acker. Der Zwönitzer, der sonst Landrat Frank Vogel im Auto sitzen hat, und sein Beifahrer aus Trier blieben unverletzt. Der Citroen DS 3 nahm den unfreiwilligen Ausritt dagegen nicht einfach so hin. Das Duo musste aufgeben, ohne überhaupt schon mal richtig angegriffen zu haben. Eine bittere Pille für Wiegand, der ohnehin nur noch selten bei Rallyes starten kann. Die Bestzeit mit 22 Sekunden ging an Ruben Zeltner. Zu diesem Zeitpunkt war der allerdings nicht in Führung. Der Achtfach-‐"Erze" Sieger fand sich auf Platz 12 wieder, die Erklärung dafür ganz einfach: Ein Stempelfehler an einer Zeitkontrolle gleich zu Beginn der Rallye. Platz 3 übernahmen nur kurz Bernd Michel / Bernd Hartbauer, denn auf dem folgenden Rundkurs in Grünhain streikte die Antriebswelle, sodass auch für sie die Rallye viel zu schnell vorbei war.
Bis zur Halbzeit nach der dritten Wertungsprüfung in Gelenau hatten die Zeltners alle Bestzeiten für sich notiert, das machte schon Rang 3. Julius Tannert führte die Rallye zu dem Zeitpunkt an. Der bereitete sich für die eine Woche später stattfindende Korsika-WM-Rallye vor, zum ersten Mal mit seinem Ford Fiesta R2. John Macht war zwar mit 0,08 Sekunden dahinter, musste aber seinen EVO 6 mit technischen Gebrechen nach der dritten Wertungsprüfung auf den Hänger laden.
Mit drei weiteren Bestzeiten in der zweiten Schleife übernehmen Zeltners zunächst die Führung und gewinnen am Ende die ADMV Rallye Erzgebirge zum neunten Mal. Tannert´s erster Test im Ford Fiesta R2 endet mit einem ungefährdeten zweiten Gesamtrang.
Dritte wurden Mario Czok und Beifahrer Andy Tänczyk. Ken Milde, Vorjahressieger des DMSB Rallye Cup´s, und Jean Ihlefeldt, zwischenzeitlich mal auf dem dritten Platz liegend, kamen zum Schluss auf dem 4. Gesamtrang ins Ziel. Und auf Platz 5 erreicht der amtierende ADMV Rallye Meister Rigo Sonntag mit Beifahrerin Jaqueline Dietzeldas Ziel. Eine klasse Leistung, zumal er erstmals mit einem gemieteten Citroen C2 R2 unterwegs ist. Ebenso sehr kann sich das heimische Duo Veit König / Dr. Henry Wichura über den sechsten Gesamtplatz und einen Klassensieg freuen.
Die 5. ADMV Rallye Histroric erlebte ebenfalls eine Überraschung, denn bei den Stoppuhr-Experten gewinnt ein junges Ehepaar aus Bad Rappenau in Nordbaden. Im Audi A4 Quattro verpassen sie die vorgeschriebene Sollzeit um 0:02,61 Sekunden. Im bildschönen Toyota Celica und mit 0:02,66 Sekunden verpasster Sollzeit werden Thomas und Albert Gutheil zweite. Platz 3 geht an Mark und Antje Blüthner, die mit ihren Volkswagen Golf 2 die Sollzeit um 0:02,92 Sekunden verpassen. Die Teilnehmer der Historic fahren auf Sollzeit und müssen die Ziellinie sekundengenau überqueren.
Durch viele kleine Ausritte, meist waren es nur Blechschäden, Ölspuren und liegengebliebene Teilnehmerfahrzeuge, kam es immer wieder zu Unterbrechungen und Verzögerungen. Der Zeitplan geriet arg ins Hintertreffen. Und schließlich erreichten das Ziel nur 59 der 85 gestarteten Duo´s.
Der Motorsport nimmt in Sachsen einen hohen sportlichen und gesellschaftlichen Stellenwert ein. Das zeigten die vielen Zuschauer, die bei herrlichem Frühlingswetter die Streckenränder im Erzgebirge säumten. Schade, dass es bei der Erze keine Meisterschaftspunkte mehr gibt, ist doch die Zuschauerresonanz um ein Vielfaches besser als rund um Zwickau.